Suche
  • herzgehfuehl

Volunteering - eine Reise zu mir

Aktualisiert: 13. Feb. 2021


Man meint man gibt bedingungslos, aber in Wahrheit bekommt man viel mehr als man geben kann. Volunteering.

So war es auf jeden Fall bei mir.

Nachdem ich meinen Job gekündigt, wollte ich nicht einfach drauf los ziehen, wie all die Jahre vorher. 3-4 Wochen Urlaub, Rucksack packen und das Meiste aus der Zeit rausholen, so viel erleben und sehen wie nur möglich.

Ich wollte was Sinnvolles tun. Etwas zurück geben. Tief in mir wollte ich Klarheit und Ruhe. Abstand von allem was war und was ich kannte, von allen Menschen die ich liebe.

Weg von dem Getrieben sein, hin zum im Jetzt leben. Das berühmte "Jetzt", dass ich in meinem Alltag so selten zugelassen habe.

Wo findet man das besser als an Orten der Einfachheit. An denen man das Wasser zum Duschen noch aus Wassertanks holt, es am Lagerfeuer aufheizt und mit Kübeln über sich schüttet. Die größte Aufregung die frei rumlaufenden Hühner sind. Das Essen noch zelebriert wird, in der Gemeinschaft, und sich über Stunden ziehen kann. Von Einkaufen auf dem Markt, Abwaschen an der Wasserstelle, Vorbereitung des Feuerplatzes und Zubereitung der Nahrung. Das einfachste Essen, das besser und intensiver schmeckt als jedes Gericht in den teuersten Restaurants, in denen ich bisher gegessen habe.

Man spricht die Sprache nicht, kommuniziert mit Hand und Fuß und hat dabei die schönste Kommunikation, die man sich vorstellen kann. Eine mit voller Aufmerksamkeit, Bewusstsein, viel Lachen und dem Willen zu Verstehen.


Ich habe bei der wundervollen Edrei gewohnt, die das Projekt "Chiapas Meeting Point" vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat. Kinder unterstützen, bilden, so dass ihnen eine bessere Zukunft ermöglicht wird. Vorallem in Englisch, Art und Kultur - ganz ohne Gegenleistung. Einfach weil sie ihre Heimat zu einem besseren Ort machen möchte. Etwas sinnvolles tun, das einen langfristigen Mehrwert für die Gesellschaft hat.

Ein Großteil davon sind Grundschulkinder, die tagsüber in die Rolle der Erwachsenen schlüpfen (müssen), da die Eltern nicht da sind oder nicht stabil genug. Die Geld als Straßenverkäufer, Schuhputzer, Möbelbauer,..verdienen um die Familie zu unterstützen. Und dann abends, sobald es dunkel wird die Schulbank drücken. Wenn sie nicht zu erschöpft sind, oder Zuhause gebraucht werden. Dann dürfen sie dort einfach mal Kind sein. Spielen, lachen und lernen.

Diese Kinder haben mir mehr gelehrt als jedes Buch, jede Fortbildung und jeder Ratgeber. Noch nie wurde ich mit so einem Strahlen, Neugier und Liebe empfangen. Mit einer solchen Offenheit und Dankbarkeit. Mit einem solchen erwartungslosen Geben und Teilen. Das Verlangen der Kleinen nach Liebe und Aufmerksamkeit war unstillbar. Trotz all dem Schmerz und der Schwere waren sie so offen und gebend wie nichts und niemand den ich kannte.

Ich durfte deren Reise ein kleines Stück begleiten. Auch wenn es nur ein winziger Teil war, weiß ich, dass ich in diesen Momenten ihr Leben ein bisschen mehr zum Strahlen bringen konnte.


Ihr Impact auf mich jedoch war rießig. Sie haben meine Sicht aufs Leben verändert. Sie haben es mir ermöglicht, auf zu wachen. Das Wesentliche zu sehen und im Jetzt anzukommen. Dankbar zu sein für alles was ich habe. Und vor allem alles mit einem Lächeln anzugehen. Mit einer Offenheit, Stärke und Mut. Einer unersättlichen Neugier und Vertrauen in mich selber und alles was kommt. Dem Mut, meinem Herzen zu folgen.


Meine Zeit in Mexiko, hat mich geprägt auf meinem Weg. Wohl stärker als jede andere Zeit in meinem Leben. Das einfach nur da sitzen, und den Hühnern zuschauen. Das durchboxen im Dorf ohne die Sprache zu sprechen. Das Coachen der Kinder und Jugendlichen. Die Zeit auf meiner Yogamatte mit Begriffen auf spanisch, die ich nur erahnen konnte. Das einfache Leben und somit automatisch das Leben im Hier & Jetzt.

All das hat mir gezeigt wo ich hingehöre. Was mein Herz höher schlagen lässt. Worin ich aufgehe. Wer ich bin und wie ich sein möchte.


Es hat meinen Weg geebnet. Für meine Coach Ausbildung. Für meine Yoga Ausbildung. Um all das professionell und zertifiziert ausführen und weitergeben zu können, was ich Liebe. Was mich nährt. Was mich wieder zu mir gebracht hat.

Wodurch ich altes verarbeiten konnte, endlich loslassen. Und so, nur so, wieder gemerkt habe was meine eigenen Ziele und Werte sind. Meine Stärken. Meine Interessen. Endlich war Platz für mich.

Endlich habe ich mir vertraut. Voll und ganz. Wieder aus ganzem Herzen gestrahlt. Voller Energie und Leichtigkeit. Mich akzeptiert und angenommen, so wie ich bin. In meiner eigenen, individuellen Schönheit mit all den wunderschönen Makeln.


Gracias.




48 Ansichten0 Kommentare